Drohnenführerschein – Wann ist der Kompetenznachweis erforderlich?

Drohnenführerschein

Wer die EU-Drohnenverordnung aufmerksam liest – was angehenden Drohnenpiloten dringend zu empfehlen ist – wird zwangsläufig über den Punkt “Kompetenznachweis” stolpern. Das ist die eigentliche Bezeichnung für den Drohnenführerschein, der nur umgangssprachlich so genannt wird. Besagte Verordnung gibt in diesem Punkt Auskunft darüber, wann ein solcher Kompetenznachweis erforderlich wird und wer dafür qualifiziert ist…

Ab dem 1. Januar 2022 muss jeder Steuerer einer Drohne im Besitz eines EU-Kompetenznachweises oder eines EU-Fernpiloten-Zeugnisses sein. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Steuerer von Drohnen der Klasse C0 (Höchstabflugmasse< 250 g und Höchstgeschwindigkeit (horizontal) < 19 m/s).

 

Die Art des benötigten „Drohnenführerscheins“ hängt davon ab, wo die Drohne geflogen werden soll und ob diese bereits nach dem neuem EU-Recht (Verordnung (EU) 2019/945) zertifiziert ist, als auch von ihrer Höchstabflugmasse. Zertifizierte Drohnen tragen die entsprechenden Klassifizierungskennzeichen, welches die Drohnenkategorie angibt.

 

Quelle: Luftfahrt-Bundesamt

Wiegt deine Drohne also 250 Gramm oder mehr, solltest du dich vor dem ersten Start um einen solchen Kompetenznachweis bemühen. Entgegen der alten Drohnenverordnung gilt dies nun auch für Inhaber einer gültigen Pilotenlizenz. Einzige Ausnahme ist derzeit noch der Betrieb von Drohnen auf dafür zugelassenen Modellflugplätzen. Das dürfte allerdings lediglich für Trainingszwecke interessant sein oder für spezielle FPV Racing Drohnen.

Welchen Drohnenführerschein du benötigst

Nun gibt es nach der neuen EU-Drohnenverordnung also zwei mögliche Ausführungen des Drohnenführerscheins. Zum einen ist das der bereits erwähnte Kompetenznachweis bzw. kleine Drohnenführerschein und zum anderen das EU-Fernpilotenzeugnis bzw. großer Drohnenführerschein.

Welchen der beiden du künftig in der Tasche haben solltest, hängt davon ab, was genau du mit deiner Drohne vorhast. Der Gesetzgeber unterscheidet hier zwischen verschiedenen Gefährdungspotentialen und Anwendungsszenarien.

Fliegst du beispielsweise lediglich in der sog. “offenen Klasse” und bleibst mit deiner Drohne mindestens 150 Meter (horizontal) entfernt von unbeteiligten Personen und bebautem Gelände (Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungs-Gebiete), genügt der kleine Drohnenführerschein. Überflüge sind dir dann allerdings nicht erlaubt. Willst du dagegen näher ran und zudem Überflüge durchführen, benötigst du entsprechend den großen Drohnenführerschein.

Wo du den Drohnenführerschein bekommst

Der kleine Drohnenführerschein bzw. der EU-Kompetenznachweis A1 / A3 – um ihn mal ganz genau zu benennen, wird vom Luftfahrt-Bundessamt ausgestellt. Zuvor ist auf der Webseite des LBA ein Online-Training zu absolvieren und im Anschluss eine Online-Theorieprüfung zu bestehen. Ab dem 31.12.2020 kannst du dich hier für den kleinen Drohnenführerschein qualifizieren:
Luftfahrt-Bundesamt EU-Kompetenznachweis A1 / A3

Auch die Lerninhalte und die Prüfung zum großen Drohnenführerschein bzw. zum EU-Fernpilotenzeugnis sind online zugänglich. Du musst dich also nicht zwangsläufig zu einer der zugelassenen Stellen begeben, sondern kannst deinen Drohnenführerschein auch ganz bequem von zu Hause aus erwerben. Stellvertretend sei hier das Angebot der Kopter-Profi GmbH genannt, die sowohl für die Schulung als auch für die Prüfung ein entsprechendes Online-Angebot bereitstellt. Weitere Prüfstellen werden vermutlich in Kürze durch das Luftfahrt-Bundesamt bekannt gegeben.

Welches Wissen wird geprüft?

Die Luftverkehrsordnung (LuftVO) verlangt von künftigen Drohnenpiloten zunächst einmal Kenntnisse in Sachen Handhabung und Navigation von unbemannten Fluggeräten – sprich Drohnen. Darüber hinaus wird Basiswissen im Luftrecht und Sachkenntnis über die Luftraumstruktur erwartet. Die oben genannten Stellen vermitteln das Wissen zu den geforderten Themen und richten die Prüfungen entsprechend aus.

Was kostet ein Drohnenführerschein?

Noch ist mir nicht bekannt, in welcher Höhe und ob überhaupt Kosten für den EU-Kompetenznachweis (kleiner Drohnenführerschein) vom Luftfahrt-Bundesamt in Rechnung gestellt werden. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass es zumindest für eine kurze Übergangsfrist kostenfrei bleibt.

Auch bei der Preisgestaltung für Schulung und Prüfung zum großen Drohnenführerschein (EU-Fernpilotenzeugnis) gibt es bislang keine Vorgaben des Luftfahrt-Bundesamtes. Hier haben die zugelassenen Stellen also noch freie Hand und dürfen ihre Preise selbst bestimmen. Diese liegen im Schnitt zwischen 200 und 300 Euro.

Fazit

Für die sehr günstigen Drohnen auf dieser Seite ist im Sinne der EU-Drohnenverordung zumeist kein Drohnenführerschein nötig. Gleiches gilt für die Mini Drohnen mit Kamera bis 50 Euro und ebenso für die Drohnen ohne Kamera auf dieser Seite. Die wenigsten der hier vorgestellten Modelle wiegen über 250 Gramm. Sollte die jeweilige Abflugmasse doch einmal höher angegeben sein, ist auf jeden Fall zu prüfen, welcher Drohnenführerschein erforderlich ist. Als Pilot einer solchen Drohne musst du dich zudem registrieren und die zugeteilte ID auf der Drohne anbringen. Darüber hinaus sollte unbedingt sichergestellt sein, dass eine Drohnenversicherung abgeschlossen wurde. Auch diese ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben, sobald die Drohne mehr als ein Spielzeug ist.

 


Quellen:
• Luftfahrt-Bundesamt: “Fragen zum Betrieb von UAS ab dem 31.12.2020” (Stand 23.12.2020)
• Europäische Kommission: “Vorschriften und Verfahren für den Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge” (Stand 23.12.2018)

Bilder:
• “Person Holding Drone Remote” von Roman Koval / Pexels. Lizenz: Pexels Lizenz
• “Genehmigt Stempel Zulassung Qualität Vereinbarung” von Clker-Free-Vector-Images / Pixabay. Lizenz: Pixabay Lizenz


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